Umfrage erforscht Gründe für Fachkräftemangel in der Gastronomie

Die Probleme an der Wurzel packen durch Antworten auf die vielen Fragen.

Fachkräftemangel und frühzeitige Ausbildungsabbrüche sorgen in der Hotellerie- und Gastronomiebranche für schlaflose Nächte. Restaurants kämpfen um einzelne Mitarbeitende. Servicekräfte und Köche werden händeringend gesucht und mancherorts bleibt der Herd immer öfter kalt. Das Institute of Business Creativity (IBC) der renommierten Ecole hôtelière de Lausanne (EHL) erforscht derzeit im Rahmen einer breit angelegten Umfrage unter Ausbildern und Azubis Gründe und potenzielle Lösungsansätze für die Problematik. Möglich gemacht und unterstützt wird diese Studie durch Hospitality Digital, eine Tochtergesellschaft des Großhändlers und Lebensmittelspezialisten Metro.

Eine Branche, die sich durch einen vielfältigen, abwechslungsreichen Berufsalltag, gute Aufstiegschancen sowie durch Kreativität und Mobilität auszeichnet, sieht sich einer bedrückenden Realität gegenüber: Zu viele Berufseinsteiger brechen ihre Ausbildung frühzeitig ab. Trauriger Spitzenreiter ist in Deutschland laut dem Bundesinstitut für Berufsbildung der Beruf „Restaurantfachmann/-frau“. Hier wurden im Jahr 2017 insgesamt 51,5% der Ausbildungsverträge frühzeitig aufgelöst. Laut dem Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2019 kämpfen noch andere Ausbildungsberufe in der Gastronomie mit hohen Vertragslösungsquoten, so etwa der Beruf des Kochs/der Köchin (48.2%), Fachmann/Fachfrau für Systemgastronomie (44,0%) und Fachkraft im Gastgewerbe (42,6)*. Kurz: Das Gastgewerbe sieht sich mit einem immensen Nachwuchsproblem konfrontiert, während der Mitarbeitenden-Pool mancherorts schon jetzt ausgeschöpft ist.

Jede Meinung zählt: Ausbilder und Azubis können ab sofort an der Umfrage teilnehmen

Das Institute of Business Creativity (IBC) der renommierten Ecole hôtelière de Lausanne (EHL) und Hospitality Digital, eine Tochterfirma der METRO AG, erforschen derzeit im Rahmen einer breit angelegten Branchenumfrage systematisch die Ursachen des Fachkräftemangels in der deutschen Gastronomie sowie mögliche (digitale) Lösungen. Dank der Studie sollen Lösungsansätze gewonnen werden, die die Berufsausbildungen für Nachwuchstalente attraktiv machen.

Um ein möglichst ganzheitliches Bild der Situation zu erhalten, untersucht die Studie nicht nur die Sicht der Auszubildenden und deren Eindrücke während der Lehre. Sie gibt auch Ausbildern die Möglichkeit, Erfahrungen und Erkenntnisse aus ihrem Alltag zu teilen. Für aussagekräftige Resultate sind die Forschenden auf möglichst viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer angewiesen. Die 10-minütige Umfrage kann auf Deutsch, Englisch, Arabisch, Französisch, Italienisch oder Türkisch beantwortet werden.

Neue Ansätze für Praxis und Ausbildung in Zeiten der digitalen Transformation

Dr. Marc Stierand, Associate Professor für Service Management an der EHL, Direktor des IBC und selbst ausgebildeter Koch, hat sich mit seinem Team hohe Ziele gesteckt: «Wir wollen wirkungsvolle und innovative Beiträge für die Wissenschaft und die Industrie leisten und dabei wo immer möglich Synergien zwischen diesen beiden Welten schaffen. Von der Industrie geförderte Forschungslabors wie das METRO Hospitality Lab hier an der EHL, ermöglichen die aktuelle Studie und leisten hierbei wertvolle Arbeit.»

Für Frédéric Schumacher, Direktor und Mitbegründer von Hospitality Digital sowie Mitinitiator des METRO Hospitality Labs, ist die Gastronomiebranche nicht nur ein besonderer Markt, sondern sein Zuhause. Gerade die digitale Transformation der Branche eröffnet eine große Chance: «Sie schafft fortlaufend neue Tools und Netzwerke. […] Damit schaffen sich Individualgastronomen Luft und Spielraum für neue Ideen.» Vor allem das Thema Ausbildung sollte im Kontext mit dem Fachkräftemangel diskutiert werden: «Die Fluktuation in der Branche ist groß. Unwirtschaftlich geführte Betriebe, schlecht organisierte Teams liefern dann nicht gerade Motivation für Top-Talente, den Schritt in die Gastronomieberufe zu machen. Aber das erfolgreiche Management kleiner Betriebe lässt sich erlernen.»

Unterstützen auch Sie dieses wichtige Anliegen und nehmen Sie sich zehn Minuten Zeit, um an der Umfrage mitzuwirken. Herzlichen Dank!

HIER geht es zur Umfrage!

 

*Quelle: Bundesinstitut für Berufsbildung (Hrsg.): Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2019. Informationen und Analysen zur Entwicklung der beruflichen Bildung. Bonn 2019